Ruhlsdorfer Bruch

Das rund 165 Hektar große FFH-Gebiet Ruhlsdorfer Bruch entspricht in seiner Abgrenzung dem gleichnamigen, 1990 festgesetzten Naturschutzgebiet. Die ca. 200 m breite vermoorte Talniederung erstreckt sich an der westlichen Naturparkgrenze zwischen Ruhlsdorfer See und Haussee entlang des Lichtenower Mühlenfließes und wird von den Ortschaften Ruhlsdorf und Hohenstein im Norden und Garzin im Süden eingeschlossen.

Den reich gegliederten Senkenbereich kennzeichnet eine erstaunliche Vielfalt unterschiedlichster Lebensräume auf kleinstem Raum. Am Übergang vom Talrand zur Talsohle liegen Hecken und Feldgehölzen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Feucht- und Nasswiesen sowie verlandende Gewässerränder mit Erlenbrüchen eng verzahnt aneinander.

Die naturschutzfachlich sehr wertvollen Grünlandbereiche mit besonders artenreichen Pfeifengraswiesen werden seit über 20 Jahren im Rahmen des Vertragsnaturschutzes aufwendig gepflegt. Während die Trockenrasen am Talrand zweimal im Jahr mit einer gemischten Herde aus Schafen, Ziegen und Pferden beweidet werden, erfolgt die Pflege der Feuchtwiesen in Anpassung an die jeweiligen Wasserstände als zweimalige maschinelle oder Handmahd. Nur durch den regelmäßigen Biomasseentzug können eine Reihe in Brandenburg streng geschützte Arten, darunter einige Orchideenarten, erhalten werden.

Eine weitere Besonderheit stellt der Schutz stark gefährdeter Schmetterlingsarten im Gebiet dar. Der Goldene Scheckenfalter, in Brandenburg als verschollen geltend, kommt durch ein erfolgreiches Wiederansiedlungsprojekt im Ruhlsdorfer Bruch aktuell wieder vor (Foto 3). Seine Futterpflanze, der Gewöhnliche Teufelsabbiss, eine Charakterart der Pfeifengraswiesen, ist ebenfalls stark gefährdet. Beide Arten werden durch eine auf Lebenszyklus und Entwicklungsstadien ausgerichtete kleinteilige Mahd gezielt gefördert. Der stark gefährdete Große Feuerfalter sowie Fischotter und Rotbauchunke sind weitere, gemäß Anhang II der FFH-Richtlinie maßgeblich geschützte Arten im FFH-Gebiet.

Das Ruhlsdorfer Bruch war von 2010 bis 2015 Bestandteil des EU-Life-Projekts „Kalkmoore Brandenburgs“. Im Rahmen des Life-Projekts erfolgten Maßnahmen zur Verbesserung von Braunmoosreichen Großseggenrieden im zentralen Talraum und die Schaffung eines 4,5 ha großen Pufferstreifens auf ehemaligem Acker, der das Gebiet von Nordwesten gegen Nährstoffeinträge aus den Ackerflächen schützt und eine Entwicklungsfläche für Trockenrasengesellschaften darstellt. Auf eine Anhebung der Wasserstände im Gebiet wurde auf Grund der Eigentumsverhältnisse und zugunsten der Schmetterlingspopulationen verzichtet.

Durch den Gebietsbetreuer Norbert Wedl, die Naturparkverwaltung und die Naturwacht Märkische Schweiz werden regelmäßig Monitoringmaßnahmen und naturkundliche Führungen im Gebiet durchgeführt.

Erhaltungszielverordnung Märkische Schweiz

Kartenskizze (1 MB)

Lebensraumtypen und Arten (80 KB)

LIFE-Projekt Kalkmoore Brandenburg

Adresse

15344 Hohenstein

Gebiet

  • Naturpark Märkische Schweiz

Kategorien

  • FFH-Gebiet