Nachrichten aus dem Naturpark – Naturschutztauchen im Schermützelsee

Am 04.12.2025 konnten wir einen Blick unter Wasser werfen: Die Naturschutztaucherin Silke Oldorff zeigte im Naturparkzentrum „Schweizer Haus“ Fotos und Videos vom Schermützelsee, die in Zusammenarbeit mit dem Tauchclub Buckow entstanden sind. Eine faszinierende Unterwasserwelt mit Fischen, Wasserpflanzen, Schnecken und sogar Schwämmen zog die Besucher in ihren Bann. Im Blickpunkt standen die für Klarwasserseen charakteristischen Armleuchteralgen, die in großen Tiefen wachsen können. Leider werden sie im Schermützselsee immer weniger und sind nur noch vereinzelt zu finden. 

Das ist allerdings von Land oder vom Boot aus gar nicht so leicht zu erkennen. Mithilfe von „Krautankern“ wurden Proben von Wasserpflanzen genommen, dabei jedoch nur einzelne Punkte untersucht und zudem die Pflanzen beschädigt. Taucher können dagegen größere Flächen beurteilen - ohne Schaden zu verursachen. Dank der Taucher erhalten wir daher nützliche Informationen über den Zustand vom Schermützelsee, wir sind sehr dankbar dafür!

Aber warum reden wir so viel von den Armleuchteralgen? Wasserpflanzen sind wichtig für die Gesundheit des Sees, sie produzieren Sauerstoff, binden Nährstoffe und bieten Jungfischen und anderen Tieren Schutz. Armleuchterlagen treten häufig in Form dichter Rasen auf, sie verhindern dadurch Sedimentaufwirbelungen und verringern die Rücklösung von Nährstoffen aus dem Seegrund. Im Schermützelsee übernehmen vor allem Quirliges Tausendblatt und Nixkraut diese Funktionen, sie können allerdings nicht so tief wachsen wie Armleuchteralgen. In einigen Bereichen ist der Seegrund dagegen kahl, die positiven Wirkungen der Wasserpflanzen fehlen. Stellenweise sind Ufer unterhöhlt.

Eine Ursache für den Rückgang der Armleuchteralgen ist die Erhöhung der Nährstoffe im See. Phytoplankton (frei schwebendes Plankton), zu dem auch die Burgunderblutalge zählt, können sich bei hohem Nährstoffangebot schnell vermehren und dadurch das Wassers trüben. Dann bleibt nicht genug Licht für die Entwicklung von Armleuchteralgen und anderen Wasserpflanzen. Eine andere Ursache können auch wühlende Fische im See sei: Benthivore Fische wie Karpfen oder Bleie ernähren sich von Lebewesen, die im Seeboden leben (Würmer, Krebse, Insekten usw.). Für die Nahrungssuche durchwühlen sie das Sediment, Wasserpflanzen können dabei herausgerissen werden. Die aufgewirbelten Sedimente trüben das Wasser und lagern sich auf den Pflanzen ab, sodass diese weniger Licht zum Wachstum zur Verfügung haben. Dabei kann auch Phosphor aus dem Sediment freigesetzt werden, welches das Wachstum von Phytoplankton fördert und damit den Teufelskreis verstärkt.

Wichtig ist es daher, die Nährstoffe im See und in den Zuflüssen zu reduzieren. Ob wühlende Fische eine Rolle spielen, kann man mit Kükendraht testen: Wenn dieser in kleinen Bereichen am Seegrund befestigt wird, können die Fische dort nicht mehr wühlen. So konnten in anderen Seen bereits Wasserpflanzen wieder etabliert werden. Es gibt auch gute Ergebnisse mit abgesperrten Buchten und einer wiederholten Abfischung von Weißfischen (wie Karpfen und Blei). Geangelte Weißfische dürfen nicht wieder in den See zurückgesetzt werden, sondern müssen mitgenommen und verwertet werden.

Dazu bleiben wir im Gespräch und wollen weiter mit dem Tauchclub Buckow e.V. zusammen arbeiten. Der Vorsitzende des Tauchclubs Buckow hat erfolgreich den Kurs „Naturschutztauchen“ absolviert, sodass der See weiterhin gut beobachtet wird! 

Im nächsten Vortrag im Rahmen der AG Gewässerökologie am 12.02.2026 um 16 Uhr informieren wir über Ergebnisse aus den Naturparken Feldberger und Uckermärkische Seen. Dort wurden im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens an 31 Seen Maßnahmen zur Förderung der Armleuchteralgen umgesetzt und die Wirkung wissenschaftlich untersucht. Hier können wir uns für unseren Schermützelsee einiges abgucken! Sie sind herzlich willkommen am Donnerstag, den 12.02.26, 16 – 18 Uhr im Schweizer Haus. Eine Anmeldung ist zur besseren Planung erwünscht: NP-Maerkische-Schweiz@LfU.Brandenburg.de

Gebiet

  • Naturpark Märkische Schweiz

Meldung vom 06.01.2026