Naturpark Märkische Schweiz

Der Naturpark Märkische Schweiz wurde am 1.10.1990 im Rahmen des Nationalparkprogramms der letzten DDR Regierung als Naturpark ausgewiesen. Das nunmehr ca. 205 km2 umfassende Großschutzgebiet löste das seit 1957 bestehende kleinere Landschaftsschutzgebiet ab.

Im Naturpark ist die typische geomorphologische Abfolge einer Jungmoränenlandschaft vollständig vorhanden. Demzufolge weist das Gebiet auch die entsprechenden Biotopstrukturen und Biotope auf. Im Gegensatz zu anderen Brandenburger Großschutzgebieten liegt die Vielfalt hier auf engstem Raum. Die kleinteilige Vielfalt trug dem Gebiet – als Referenz an das alpine Vorbild – den Namen "Märkische Schweiz" ein.

Als traditionelles Kur- und Erholungsgebiet, etwa 50 Kilometer vor den Toren Berlins gelegen, verfügt die Märkische Schweiz über eine lange Fremdenverkehrstradition. Den Schwerpunkt bildeten dabei landschaftsbezogene, ruhige Erholungsformen, wie Wandern, Radfahren und Reiten.

Das Gebiet ist durch seine geologische Struktur aus seiner Umgebung markant herausgehoben. Zwischen den großen Urstromtälern (Berlin-Fürstenwalder und Eberswalder Urstromtal) verlaufen kammartig parallel zueinander mehrere Schmelzwasserabflußrinnen. Die größte Rinne ist das Stobbertal, die neben dem Odertal als einziger komplexer Biotopverbund zwischen Eberswalde und Eisenhüttenstadt die Verbindung der beiden Urstomtäler herstellt. Durch die kulturhistorischen Einflüsse einer überwiegend kleinbäuerlichen Nutzung ist diese Biotopvielfalt erhalten und teilweise sogar erhöht werden.

Die Niederungszüge des Roten Luchs und des Stöbbertals sind mit ihrer Durchgängigkeit und vielfältigen geomorphologischen Struktur leistungsfähige Biotopvernetzungsbänder von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung. Innerhalb dieser Schmelzwasserabflussrinnen, haben sich aufgrund vielfältiger Standortbedingungen auf engem Raum komplexe Biotopsysteme mit hydrogeographisch und mikroklimatisch bedingt seltenen Pflanzengesell­schaften und der entsprechenden ökologischen Ausstattung gebildet.

Vor dem Stobberdurchbruch wurde durch Strudelbildungen der abschmelzenden Inlandeismassen (Weichsel-Eiszeit) ein etwa 40-60 m tiefer Kessel geformt, der gegenüber den umliegenden Grund- und Endmoränenhochflächen mit steilen Hängen abgegrenzt ist. Der sog. "Buckower Kessel" ist mit Erosionstälern (sog. Kehlen) mit oberflächennahen, tertiären Braunkohlevorkommen, periglazialen Schwemmkegeln, Toteisbildungen (Kesselseen und Moore), grundwassernahen Flächensandern und höher gelegenen Sandterrassen reich strukturiert. Die Schmelzwasserabflußrinne wird auf den Hochflächen noch von zwei kleineren Niederungszügen, dem Ruhlsdorfer Bruch und der Gumnitzniederung flankiert. Die Niederung des knapp 1000 ha großen Roten Luchs ist das Quellgebiet des Stobber, sie bildet im eine Flachlandwasserscheide. Der Stobber entwässert dadurch sowohl in nordöstliche, als auch in südwestliche Richtung (über das Löcknitztal in Richtung Spree- und über das Stobbertal in Richtung Oder).

Die leicht gewellten Ackerflächen im Naturpark sind mit Hecken, Baumreihen, Alleen, Lesesteinreihen und zahlreichen Söllen (Toteisbildungen) reich strukturiert. Die Waldflächen weisen einen hohen Laubholzanteil auf und spiegeln in ihrem breiten Spektrum naturnaher Waldgesellschaften die Standortvielfalt wieder.

Der Naturpark liegt in der Regionalklimazone des subkontinentalen trockenen süd­märkischen Klimas. Die langjährigen mittleren Niederschläge betragen 500-560 mm im Jahr. Der Jahresdurchschnitt beträgt im langjährigen Mittel nur 527 mm/a. Dieses für Deutschland vergleichsweise sehr niedrige Nieder­schlagsdargebot bestimmt als Eingangsgröße den regionalen Landschaftswasserhaushalt und die davon abhängigen Standortbedingungen.

Die Fließgewässer Sophienfließ und Stobber überwinden in Ihrem Verlauf im Naturpark jeweils eine Höhendifferenz von 40-50 Metern. Schnellfließende Gefällestrecken (z. B. Sophienfließ im Kerbtal des Pritzhagener Forsts) und weitgehend naturnahe Fließstrecken (z. B. Stobber an der Pritzhagener Mühle) bestimmen über weite Strecken die Gewässerstruktur.

Die Seen sind als tiefere Kesselseen (z. B. Tiefe des Schermützelsees bis 46 m) oder größere Flachseen (z. B. Tiefe des Haussees bis 6m) ausgebildet. Sie werden von Fließgewässern durchflossen (z. B. Buckowsee) oder als (fast) abflussloses Binnenentwässerungsgebiet aus der unmittelbaren Umgebung gespeist. Entsprechend variiert auch die Wasserqualität und die entsprechende Zusammensetzung der Unterwasservegetation. Insgesamt finden sich im Naturpark etwa 50 weitere kleinere Seen und Pfuhle.